Kleinregion: Pielachtal

Sozialraumanalyse/Jugendstudie

Projektbeginn: 09/2017 Projektende: 10/2018

Beteiligte Gemeinden:

Frankenfels, Hofstetten-Grünau, Kirchberg an der Pielach, Loich, Ober-Grafendorf, Rabenstein an der Pielach, Schwarzenbach an der Pielach, Weinburg

Inhalt/Projektbeschreibung:

Beim BürgerInnen-Rat der Kleinregion Pielachtal im Juni 2012 wurde das Thema "Jugend und Drogen" intensiv diskutiert. Daher hat die Kleinregion Pielachtal ab 2013 die Suchtprävention in den kleinregionalen Strategieplan aufgenommen und gemeinsam mit Expertinnen der Fachstelle NÖ und dem Jugendcoaching für Gemeinden NÖ in der Region behandelt. Jugendliche werden im Strategieplan der Kleinregion im Themenfeld "Arbeit und Wirtschaft" sowie "Gesundheit und Soziales" angeführt. Um eine professionelle Jugendarbeit (z.B. offene, mobile Jugendarbeit) in diesem Zusammenhang weiter zu entwickeln ist als Basis unbedingt eine Sozialraumanalyse bzw. Jugendstudie erforderlich. Die Kleinregion möchte dabei einerseits auf bestehende Vereins- und Vernetzungsstrukturen bauen und andererseits herausfinden wie die Jugendarbeit gestaltet werden muss, um stärker präventiv mit Problemen wie Sucht, Vandalismus, etc. umzugehen.

Im Rahmen des Projektes wurde eine wissenschaftliche Analyse der Lebenswelt junger Menschen in der Kleinregion Pielachtal durchgeführt und im Zuge dessen folgende Fragestellungen beantwortet:

- Wo halten sich Jugendliche im Pielachtal im öffentlichen Raum auf?
- Gibt es Jugendgruppierungen? Wenn ja, welche? Wie grenzen sich diese Gruppierungen voneinander ab?
- Welche Gefährdungslagen können festgestellt werden (z.B. Suchtgefährdung, destruktive Strategien)?
- Welche Angebote für Jugendliche gibt es im Pielachtal und wie arbeiten diese (zusammen)?
- Welche Wünsche und Bedürfnisse haben Jugendliche in der Region?
- Welche Handlungsstrategien gibt es, um für Jugendliche Perspektiven zu erweitern und sie davon abzuhalten, auf „dumme Gedanken“ zu kommen?
- Welche Stakeholder, Ressourcen und Netzwerke bestehen, um unspezifische Präventionsarbeit in Bezug auf Jugendliche im Pielachtal zu leisten?

Die in der Erhebungsphase gewonnenen Erkenntnisse mündeten in einer Analyse jugendspezifischer Lebens- und Problemlagen im Pielachtal und einem Empfehlungskatalog in Form eines Abschlussberichts. Die Ergebnisse dienen dazu, um Entscheidungen betreffend der Jugendarbeit im Pielachtal treffen zu können und zielgruppenspezifische Maßnahmen setzen zu können.

Aktivitäten/Methoden:

Die Sozialraumanalyse ist eine systematische wissenschaftliche Technik mit der sowohl die physische Umwelt als auch die sozialen Dimensionen von Räumen (Entstehungs- und Aneignungsprozesse sowie der soziale Austausch) erfasst und beschrieben werden. Ziel ist es, Erkenntnisse über die Zusammenhänge von Umwelt und sozialem Handeln zu erkennen.

Es wurde eine Steuerungsgruppe installiert, die aus dem Projektteam der FH St. Pölten (Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung) und den Repräsentant_innen der Kleinregion Pielachtal bestand. Insgesamt bestand die Steuerungsgruppe aus 19 Personen, die Ergebnisse der einzelnen Projektphasen kommentierten und die nächsten Schritte gemeinsam mit den Forscher_innen festlegten. Zentral bei der Studie war das Aufsuchen von Orten, Plätzen, Ereignissen, wo der Alltag der Jugendlichen stattfindet, durch die Forscher_innen und der Austausch mit den Beforschten, die als "Expert_innen" ihrer Lebenswelt gesehen werden. Folgende wissenschaftliche Methoden wurden während des Forschungsprozesses eingesetzt: Beteiligungsworkshops, Expert_innen Gespräche, strukturierte Begehungen im Sozialraum, Online-Umfrage, Online Recherche zu Angebotsstrukturen, statistische Recherche sowie Vernetzungsgespräche.

 

 

Projekterfolg/Empfehlungen:

Die Studie hat die Kommunikation zwischen jungen Menschen und den GemeindevertreterInnen bzw. Verantwortlichen für Jugendthemen in der Region angestoßen (positive change). Auf diese Ergebnisse und Netzwerke der vorliegenden Studie kann aufgebaut werden.

Junge PielachtalerInnen assoziieren überwiegend positive Begriffe mit dem Jung-Sein im Pielachtal. Zitate wie "Foat geh, spaß ham, frei sein" und "Nices Tal" untermauern dies. Dies zeigt sich sowohl aus den Beteiligungsworkshops als auch in der Online-Umfrage. Häufig werden positive Bezüge zu konkreten Aufenthaltsorten in Verbindung mit Natur und Sport genannt. Zudem wird das Zusammenleben mit FreundInnen bzw. die Zusammenarbeit mit Organisationen positiv hervorgehoben. Konkrete Organisationen wie die Landjugend und auch Bezüge zu konkreten Veranstaltungen und Aktivitäten wie (Bälle, Feuerwehrdisco, Kirtage, etc.) werden positiv erwähnt. Zudem möchte die große Mehrheit der Befragten in Zukunft im Pielachtal bleiben.

Die Beschreibung der Handlungsoptionen in der Studie sind für die Kleinregion eine Anleitung zur konkreten Umsetzung. Nun gilt es Schritt für Schritt Maßnahmen aus dem Empfehlungskatalog in der Kleinregion zu implementieren. Teilweise wurden bereits während der Erstellung der Jugendstudie konkrete Anliegen junger Menschen durch die Gemeinden unbürokratisch umgesetzt (z.B. neuer Sand am Beachvolleyballplatz, Erneuerung Netz beim Fußballplatz, etc.). Die Möglichkeiten bzw. Konzepte zur Installierung einer offenen Jugendarbeit im Pielachtal werden mit ExpertInnen (Jugendcoaching für NÖ Gemeinden, Verein Jugend und Lebenswelt) bereits geprüft.

Kosten und Finanzierung:

Gesamtkosten: EUR 22.482,99 inkl. MwSt.

Förderung:
EUR 11.241,50 - Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik

Kontakt zur Kleinregion:

Schlossstrasse 1, 3204 Kirchberg an der Pielach

Tel. 02722/7309-25

E-Mail: regionalbuero(at)pielachtal.at

www.pielachtal.at

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