Kleinregion: Region Wagram

Kleinregionales Regionszentrum und Gebietsvinothek - Architekturwettbewerb

Projektbeginn: 05/2007 Projektende: 08/2007

Beteiligte Gemeinden:

Absdorf, Fels am Wagram, Grafenwörth, Großriedenthal, Großweikersdorf, Kirchberg am Wagram, Königsbrunn am Wagram, Stetteldorf am Wagram

Inhalt/Projektbeschreibung:

Die Gemeinden der Region Wagram haben bereits in der Vergangenheit gemeinsam erfolgreich interkommunale Projekte, wie beispielsweise den Wirtschaftspark Wagramland, die Musikschule Wagram, das Projekt „Frühlingserwachen“ oder die Lange Nacht der Museen, umgesetzt.

Auf Initiative der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram sollte gemeinsam mit den WinzerInnen und den Gemeinden der Region Wagram ein modernes Regionszentrum samt Tourismusleitstelle am Standort Kirchberg am Wagram errichtet werden. Die Ausgestaltung des regionalen Teils (Regionsbüros) war als interkommunales Projekt der Gemeinden Fels am Wagram, Grafenwörth, Großriedenthal, Kirchberg am Wagram, Königsbrunn am Wagram, Stetteldorf am Wagram, Großweikersdorf, Absdorf und der Stadtgemeinde Tulln angedacht.

Mit der letzten Weingesetznovelle wurde das Weinbaugebiet Donauland auf „Wagram“ umbenannt. Die Umbenennung stellte eine jahrelange Forderung der WinzerInnen der Region Wagram mit einer Weinbaufläche von rund 2.400 ha dar. Als ein weiterer Projektbestandteil wurde daher eine moderne Gebietsvinothek geplant, in der die Weine aus der Region zum Verkosten und Verkauf angeboten werden. Zu diesem Zweck hatten sich die VertreterInnen aller namhaften Winzerorganisationen der Region Wagram zusammengeschlossen. Diese Funktionäre repräsentierten alle professionellen Weinbaubetriebe des Wagram.

Zusätzlich waren Räumlichkeiten für eine Weinbar vorgesehen, mit der die regionale Wirtschaft über Umwegrentabilitäten und die touristischen Aspekte belebt werden sollten.

In Kirchberg am Wagram befanden sich bereits bisher das Büro der Regionalentwicklung (im Gemeindeamt) und die Gebietsvinothek (im privaten „Alten Winzerkeller“). Aufgrund der hohen zu erwartenden Kosten und um den zeitgemäßen Anforderungen an eine moderne Vinothek zu entsprechen, beabsichtigten die Proponenten (Gemeinden, WinzerInnen, Regionalentwicklung) unter Führung der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram, an einem neuen Standort im Nahbereich des „Alten Winzerkellers“ einen Neubau von hoher architektonischer Qualität zu errichten. Die Grundstücke befanden sich bereits im Eigentum der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram, zudem standen ausreichend Parkplätze am in nordwestlicher Richtung angrenzenden „Rossplatz“ (ebenfalls im Eigentum der Marktgemeinde) zur Verfügung.

Unabdingbare Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Projekts war die Durchführung eines Architektenwettbewerbes. Kosten, Ziele und konkreten Anforderungen für das Regionszentrum wurden in diesem Prozess erarbeitet.

Aktivitäten/Methoden:

Architekturwettbewerb

Um eine moderne Architektur des Projekts „Kleinregionales Regionszentrums und Gebietsvinothek“ zu gewährleisten, wurde in einem ersten Schritt ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Zur Vergabe der Architektenleistungen wurde ein Vergabeverfahren entsprechend dem Bundesvergabegesetz 2006 durchgeführt.

Ziele des Wettbewerbs:

  • Beratende Begleitung des Prozesses zur Festlegung des endgültigen Raum- und Funktionsprogramms
  • Prüfung des zur Verfügung stehenden Grundstücks auf Eignung zur Realisierung des ausgearbeiteten Programms
  • Prüfung der Realisierung des festgelegten Programms im Hinblick auf das zur Verfügung stehende Budget
  • Beratung bei erforderlichen Projektadaptierungen
  • Vorbereitung und Abwicklung des darauf aufbauenden geladenen Architekturwettbewerbs
  • Führung der Vertragsverhandlungen mit dem Gewinner des Wettbewerbs bis zur Auftragsvergabe

Am 26. Juli 2007 fand die Beurteilungssitzung des Preisgerichts mit sechs TeilnehmerInnen statt. Nach vorher definierten Beurteilungskriterien wurde die Auswahl auf drei AnbieterInnen eingeschränkt und danach weiter reduziert. Als Sieger ging einstimmig das Büro Gerner + Gerner in Wien hervor, das bereits in der Vergangenheit prominente Weinbauarchitektur geschaffen hat. Das Büro überzeugte vor allem durch das vorgelegte Nutzungskonzept:

Gebietsvinothek und Weinbar

Die in der Vinothek angebotenen Weine müssen objektiven Qualitätskriterien standhalten und einen repräsentativen Querschnitt über das Weinbaugebiet Wagram bieten. Dieses Konzept wurde auch bisher im „Alten Winzerkeller“ umgesetzt. Die Vinothek und die Weinbar sollten von einem fachlich qualifizierten und in der Weinwelt anerkannten Experten betrieben werden. Folgende Ziele wurden mit der Gebietsvinothek verfolgt:

  • Vermarktung regionaler Weine,
  • Schaffung repräsentativer Verkostungsräumlichkeiten für die WinzerInnen
  • Optimierung des Weinverkaufs (z. B. Sonntag)

Veranstaltungsraum

An die Weinbar wurde ein multifunktioneller Veranstaltungsraum angeschlossen. Dieser Raum musste von der Weinbar getrennt nutzbar sein. Vorrangig hat der Veranstaltungsraum jedoch regionalen, kulturellen und „Weinzwecken“ (z. B. Weinverkostungen) zu entsprechen. Darüber hinaus wird der Raum als vermietbarer Seminarraum angeboten, insbesondere für die Veranstaltung von Weinseminaren und Firmenpräsentationen.

Zentrales Regionalbüro und Tourismusinfostelle

Die Region wird unter anderem vom Thema Wein dominiert. Es ist daher zweckmäßig, das Regionalbüro, eine Tourismusinfostelle und die Gebietsvinothek zu kombinieren. Das Regionalbüro sollte als zentrale Anlaufstelle für alle Belange der Region Wagram etabliert werden. Geplant wurden Arbeitsplätze für zwei MitarbeiterInnen.

Projekterfolg/Empfehlungen:

Als sehr förderlich für das Projekt „Kleinregionales Regionszentrum und Gebietsvinothek“ waren die von vornherein sehr klaren Zielvorstellungen und konkret formulierten Ziele aller beteiligten Gruppen (Leitgemeinde Kirchberg am Wagram, Region Wagram, WinzerInnen). Dadurch wurde die Auslobung und Umsetzung des Architekturwettbewerbs sowie die Dokumentation der Ergebnisse im angestrebten Zeitraum erst möglich. Wichtig für das Projekt war in diesem Zusammenhang auch, dass die Ziele im Laufe des Prozesses nicht geändert oder umdefiniert worden sind.

Die erfolgreiche Projektrealisierung wurde auch durch die hohen Förderungen des Landes Niederösterreich (Konzeptförderung durch die Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik sowie Bau durch die Sonderaktion der ecoplus) sowie die Bereitschaft der Gemeinde Kirchberg am Wagram, „Geld in die Hand zu nehmen“, ermöglicht.

Die organisatorische und koordinierende Projektbegleitung durch das Regionsbüro (Obmann der Kleinregion, Kleinregionsmanagement) kann weiters als förderlicher Projektfaktor genannt werden.

Für andere Kleinregionen, die ein derartiges Projekt umsetzen möchten, empfiehlt die Kleinregion Wagram daher, von vornherein eindeutige Zielvorstellungen zu formulieren und diese auch beizubehalten. Darüber hinaus rät die Kleinregion Wagram, frühzeitig die Akzeptanz in der lokalen Bevölkerung auszuloten (Stichworte: erwartete Einnahmen, Wahrzeichen für die Region, Imagefaktor). Neben der klaren Zieldefinition gehört der ausreichende Finanzierungsrahmen zu den zentralen Punkten. Aus dieser Sichtweise heraus empfiehlt die Kleinregion Wagram daher, möglichst zu Prozessbeginn – nachdem die Ziele definiert wurden - geeignete Förderschienen in Betracht zu ziehen und zu nutzen.

Als eher problematisch ist einzuschätzen, dass keine sicht- und fühlbare Trennung zwischen dem Büro und der Weinbar vorhanden ist, das heißt es gibt keine Türe, die geschlossen werden kann. Der Lärm kann nicht abgeschirmt werden.

Kosten und Finanzierung:

Gesamtkosten: EUR 15.648,-- inkl. MwSt.

Förderung:
EUR 7.824,-- Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik

Kontakt zur Kleinregion:

Marktplatz 44, 3470 Kirchberg/Wagram

Tel. +43 664 1011436

E-Mail: office(at)regionwagram.at

www.regionwagram.at

 

Regionszentrum Außenansicht
(c) zVg
Regionszentrum Eingangsbereich
(c) zVg
Regionszentrum Innenbereich
(c) zVg
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