Kleinregion: Pielachtal

Dirndltaler Wissensbasis

Projektbeginn: 12/2008 Projektende: 12/2011

Projektträger:

ARGE Dirndltaler Wissenbasis (Kleinregion Pielachtal - Trägerverein Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal und Verein "Daheim an der Mariazellerbahn")

Beteiligte Gemeinden:

Weinburg, Schwarzenbach an der Pielach, Rabenstein an der Pielach, Loich, Kirchberg an der Pielach, Hofstetten-Grünau, Frankenfels

Inhalt/Projektbeschreibung:

Das Pielachtal besitzt aufgrund seiner Abgeschlossenheit eine einzigartige Naturausstattung, die eine wichtige ökologische und touristische Ressource darstellt. Die Halbkulturpflanze Dirndl steht für diese Doppelfunktion zwischen Natur- und Kulturlandschaft und ist ein Symbol für die durch nachhaltige Bewirtschaftung entstandene traditionelle Kulturlandschaft. Das Verständnis sowohl für die Schönheit und Eigenheiten der Dirndltaler Kulturlandschaft als auch ihre „Herzeigbarkeit“ hängt nicht nur in einem hohen Maße von einem in sich rundem Gesamtbild, sondern von der einfachen und klaren Vermittelbarkeit ab. Beides muss auf gesichertem Wissen aufbauen. Neben der Markenprofilierung als „Tal der Dirndln“ hat es sich das Pielachtal in seiner Talstrategie daher zum Ziel gesetzt, nachhaltigste Region in Niederösterreich zu werden. Eine für alle Bevölkerungsschichten verständliche Aufbereitung von Nachhaltigkeitsthemen der Region fehlt jedoch bisher.

Der Aufbau einer regionalen, kollektiven und offenen Wissensplattform mit dem Arbeitstitel „Dirndltaler Wissensbasis“ steht im Mittelpunkt dieses Projekts. Sie soll das vorhandene naturrelevante Wissen sowie regionale Nachhaltigkeitsthemen zusammentragen, fehlende Grundlageninformationen erheben und allgemein verständlich aufbereiten. Neben der internetbasierten Wissensbasis wird auch auf eine Reihe traditioneller Vermittlungsangebote, wie zum Beispiel Broschüren, Info-Veranstaltung, Info-Tafeln, zurückgegriffen, um möglichst viele Teile der Bevölkerung zu erreichen.

Aktivitäten/Methoden:

Das zerstreute sektorale Wissen zu talrelevanten Themen soll in einem ersten Schritt durch eine gründliche Literatur-Recherche aufgearbeitet werden. Botanische und ökologische Grundlagen über den Dirndlstrauch sowie anerkannte Bewertungsmodelle für Nachhaltigkeit bilden die fachliche Grundlage. In einem zweiten Schritt werden regionale ExpertInnen, etwa Naturkennern oder engagierte „Laien“, interviewt.

Für die konkrete Umsetzung der Dirndltaler Wissensbasis ist eine möglichst genaue Verortung von regionalen Besonderheiten, speziell der Vorkommen des Dirndlstrauchs, herausstechender Kulturlandschaftselemente und von Vorzeigebeispielen regionaler Nachhaltigkeitskomplexe erforderlich. In diesem Feld liegen die wahrscheinlich größten Wissens- und Forschungsdefizite.

Die Bestandeserhebungen erfolgen durch Pielachtaler NaturführerInnen in Form von Kartierungen mit Hilfe von GPS-Geräten. Die Auswertung der Daten ermöglicht einfache und zugleich anschauliche Kartendarstellungen. Um auch Aussagen über Größe, Zustand und Beerntbarkeit der Sträucher treffen zu können, werden eigens erstellte Kartierungsformulare herangezogen.

Als Drehscheibe für diese Wissenssammlung soll eine regionale Wiki-Farm eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von einzelnen, miteinander verlinkten Themen-Wikis. Ein Wiki ist die softwaremäßige Umsetzung eines Hyperlink-Systems, bei dem mehrere BenutzerInnen gleichzeitig ihr Sachwissen in das System einpflegen und strukturiert darstellen. Der jeweils aktuellste Informationsstand ist jederzeit abrufbar.

In einer ersten Ausbaustufe besteht die Wiki-Farm aus den beiden Themen-Wikis zu den Sektoren „Dirndl“ (als Gallionsfigur für den Talraum) und „Nachhaltigkeit“ (dargestellt an regionalen Beispielen).

Projekterfolg/Empfehlungen:

Ein Wiki ist vom Prinzip her ein offenes System. Das bedeutet verschiedene Personen können unabhängig voneinander bei der Erarbeitung der Inhalte mitwirken. Sie können Artikel erstellen, verändern oder löschen. Das Programm zeichnet dabei jede Änderung auf und speichert auch die älteren Versionen. Um die Qualität der Inhalte des Wikis sicherzustellen, können zwei Strategien verfolgt werden: ist die Zahl der Wiki-Autoren sehr hoch, dann muss ein Redakteur oder ein Redaktionsteam die Plausibilität neuer Inhalte prüfen. Ist die Zahl beschränkt, erfolgt eine gegenseitige Kontrolle der neuen Inhalte. Für diese Variante hat man sich im Pielachtal entschieden. Außerdem gibt es je einen „Themenpaten“ für die beiden Bereiche „Dirndl“ und „Nachhaltigkeit“, der für die Abdeckung der wichtigsten Inhalte und für die Einhaltung einer Struktur sorgen sollen.

Inhaltlich gilt es beim Aufbau einer Wiki-Datenbank eine Kombination von Sammlung alles verfügbaren Wissens und gezielter Recherche zu offenen Themen einzuschlagen. Vermieden werden sollte ein Sammelsurium an zusammenhangslosen und unvollständigen Artikeln. Vor allem in der Aufbauphase sind ergänzende Recherchen zu fehlenden Wissensfeldern daher unbedingt notwendig.

Damit die digitale Wissensbasis dann auch verwendet wird, muss ein derartiges Projekt unbedingt von traditioneller Öffentlichkeitsarbeit in Form von Veranstaltungen, Zeitungsartikel oder Foldern begleitet werden. Hilfreich wären darüber hinaus Schulungen zur Verwendung der Wikis. Durch rege Nutzung und eine breite Leserschaft können Fehler entdeckt und Lücken geschlossen werden. Zudem wird – wenn der Nutzen des Gesamtprojekts erkannt wird – die Bereitschaft gesteigert, eigene Artikel und Fotos einzubringen.

Kosten und Finanzierung:

www.pielachtal.atGesamtkosten: EUR 133.038,-- inkl. MwSt.

Bewilligte Förderung:
EUR 77.605,50 EU-Mittel (LEADER und Abteilung Landwirtschaftsförderung)

Kontakt zur Kleinregion:

Schlossstrasse 1, 3204 Kirchberg an der Pielach

Tel. 02722/7309-25

E-Mail: regionalbuero(at)pielachtal.at

www.pielachtal.at

Dirndln mit Laptop
(c) Jürgen Thoma
Hand voll Pielachtaler Dirndln
(c) weinfranz
Dirndlprodukte aus dem Pielachtal
(c) weinfranz
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