Kleinregion: Römerland Carnuntum

Jugend und regionaler Arbeitsmarkt - JuRA

Projektbeginn: 11/2007 Projektende: 07/2008

Beteiligte Gemeinden:

Au am Leithaberge, Bad Deutsch-Altenburg, Berg, Bruck an der Leitha, Ebergassing, Enzersdorf an der Fischa, Göttlesbrunn-Arbesthal, Götzendorf an der Leitha, Gramatneusiedl, Hainburg an der Donau, Haslau-Maria Ellend, Hof am Leithaberge, Höflein, Hundsheim, Klein-Neusiedl, Mannersdorf am Leithagebirge, Petronell-Carnuntum, Prellenkirchen, Rauchenwarth, Rohrau, Scharndorf, Schwadorf, Schwechat, Trautmannsdorf an der Leitha, Wolfsthal, Zwölfaxing

Inhalt/Projektbeschreibung:

Mit dem Projekt „pro youth“ und der Berücksichtigung der Zielgruppe Jugend in der Entwickungsstrategie der Leader-Region 2007-2013 wurde   bereits frühzeitig der Grundstein für erfolgreiche Jugendarbeit in der Region Römerland Carnuntum gelegt.

Im Jahr 2007 wurde ziemlich eindringlich von Wirtschafts- und BehördenvertreterInnen, von LehrerInnen und DirektorInnen sowie BürgermeisterInnen die dramatische Situation der Jugend auf dem Arbeitsmarkt dargestellt: Die Schulen haben zwar ein vielfältiges Angebot im Bereich Berufsorientierung, das mit einem hohem Engagement der Lehrkräfte betrieben wird. Dieses wird jedoch meist von jenen SchülerInnen genutzt, die auch sonst keine „schlechten Chancen“ haben und vom Elternhaus die nötige Arbeitshaltung mitbekommen. An vielen Jugendlichen geht dieses Angebot jedoch schlicht vorbei. Und diese Gruppe, die aus welchem Grund auch immer, das Angebot nicht wahr- bzw. annimmt, wird immer größer – die üblichen Berufsorientierungsmaßnahmen greifen daher zu wenig.

Im Zuge breit angesetzter Besprechungen und vieler Einzelgespräche in der Region wurde bald klar, dass es eine neue Form ganzheitlicher und „sinnstiftender“ regionaler Jugendarbeit braucht.

Ziele des Projekts:

  • Integration und Intensivierung bereits bestehender Initiativen zum Thema Jugend und regionaler Arbeitsmarkt
  • Erhaltung und Vertiefung der Lebendigkeit, der sozialen Aktivitäten und der Selbstverantwortung der Jugendlichen in den Gemeinden
  • Motivation der Jugendlichen auf ihr direktes Umfeld einzuwirken (Schule, Beruf, Eltern, Freizeit, etc.) und soziale Netzwerke der Gemeinden bzw. Region zu pflegen
  • Nachhaltiger Bewusstseinswandel bei MultiplikatorInnen und EntscheidungsträgerInnen, um den Erfolg sowie die Akzeptanz innovativer Maßnahmen zu sichern

Aktivitäten/Methoden:

Im Projekt wurde der Fokus auf fünf Schwerpunktbereiche gelegt:

Schulen:

  • Aufbau von Brücken zwischen Jugendlichen und jenen Lehrkräften, die Berufsorientierungs-Maßnahmen durchführen (Erweiterung des TeilnehmerInnenkreises)
  • Einführung zielgruppenrelevanter Angebote (Sexualität, Aggression, Alkohol, …)
  • Vernetzungs- und Kommunikationsplattform für LehrerInnen
  • Bildungs- und Beratungsangebot für LehrerInnen (Umgang mit aggressiven Jugendlichen, Salutogenese, …)
  • Möglichkeiten am Arbeitsmarkt mit dem Fokus auf die regionale Wirtschaft („Halten“ der Jugendlichen in der Region)
  • Abstimmung der Maßnahmen mit dem schulpsychologischen Dienst

Betriebe:

  • Begleitung, Weiterbildung und Beratung für UnternehmerInnen und MeisterInnen, die mit Lehrlingen arbeiten (z.B. Integration „schwieriger“ Jugendlicher in den Arbeitsprozess)
  • Verzeichnis der ausbildenden Betriebe – insbesondere jener, die bereit sind, Jugendliche im Rahmen von Berufsorientierungs-Maßnahmen aufzunehmen (Schnupperlehre, Praktikum, …). Dabei ist eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für die Betriebe vorzusehen.

Jugendliche (insbesondere Lehrstellensuchende):

  • Aufbau und Begleitung eines regionalen Projektsteuerungsteams (Anteil der Jugendlichen: mindestens  50 Prozent)
  • Entwicklung von Methoden, um vor allem schwierig Erreichbare zu interessieren
  • Auswahl von Themen nach Aktualität und Relevanz für die Jugend
  • Ansprechende Aufbereitung der Themen für die Öffentlichkeit und die AuftraggeberInnen
  • Schaffung von niederschwelligen Beratungsangeboten bei Veranstaltungen

Eltern:

  • Elterngespräche über die Lebenswelt der Jugend
  • Pädagogische Unterstützung der Eltern
  • Einrichtung von Müttercafes und Väterstammtischen als Austauschplattform
  • Clearingstelle für Eltern lehrstellensuchender Jugendlicher, bei Bedarf Weitervermittlung zu geeigneten Beratungsstellen u.ä.
  • Elternberatung im Rahmen von Berufsorientierungsmaßnahmen
  • Begleitmaßnahmen für Eltern im Rahmen der AMS-Berufsorientierung: Einzelberatung, Coaching, spezielle Zusatzangebote

Partner:

  • Mitglieder im Projektsteuerungsteam
  • Abstimmung aller Maßnahmen mit den regionalen EntscheidungsträgerInnen, Institutionen und Organisationen
  • Laufende Information aller Beteiligten, Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Newsletter)

Projekterfolg/Empfehlungen:

Empfehlungen

  • Recherche der bestehenden Angebote
  • Vernetzung der AkteurInnen der „Szene“ mit Behörden und Wirtschaft
  • Entwicklung von Angeboten unter Berücksichtigung von gewachsenen und bestehenden Strukturen sowie nach regionalen und lokalen Bedürfnissen aller beteiligten Bevölkerungsgruppen
  • Moderationsfunktion der Projektleitung

Erfolgsfaktoren

  • Jahrelange Arbeit des Regionalentwicklungsvereines in den Gemeinden (z.,B. Durchführung des Projekts pro youth 2006)
  • Verständnis für die Projektidee und Vertrauen in die Projektleitung
  • Team(kultur) des Regionalentwicklungsvereins und des BHW NÖ

Hemmfaktoren

  • Politische Interessen rund um das Thema Jugend
  • Beschränkte Ressourcen der Partner
  • Angst vor Themen, die als „heiße Eisen“ gelten (z.B. Alkohol und Jugend)

Nachhaltiges Ergebnis des Projekts „Jugend und regionaler Arbeitsmarkt“ ist ein seit 2007 durchgehend arbeitender regionaler Jugendberater.

Kosten und Finanzierung:

Gesamtkosten: EUR 30.000,-- inkl. MwSt.

Förderung:
EUR 15.000,-- Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik

Kontakt zur Kleinregion:

Fischamenderstraße 12/3; 2460 Bruck an der Leitha

Tel. 02162/64061

E-Mail: office(at)roemerland-carnuntum.at

www.roemerland-carnuntum.at

 

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