Kleinregion: 10 vor Wien

"10vorWien" auf dem Weg zur Abfallmodellregion

Projektbeginn: 02/2015 Projektende: 02/2016

Beteiligte Gemeinden:

Enzersfeld im Weinviertel, Großrußbach, Hagenbrunn, Harmannsdorf, Korneuburg, Langenzersdorf, Leobendorf, Spillern, Stetten, Stockerau

Inhalt/Projektbeschreibung:

Bei der Erstellung der Kleinregionalen Strategie 10vorWien wurde als ein visionäres Ziel für die Zukunft die Entwicklung hin zu einer Abfallmodellregion mit Vorbildcharakter identifiziert. Besonders vor dem Hintergrund unterschiedlicher abfallwirtschaftlicher Strukturen in der Region wurden hier interessante Möglichkeiten zur Erweiterung der Zusammenarbeit identifiziert. So sind einige Gemeinden Mitglied im Abfallverband Korneuburg (Enzersfeld, Großrußbach, Leobendorf, Hagenbrunn und Harmannsdorf), die übrigen Gemeinden sind selbst für abfallwirtschaftliche Belange verantwortlich.

Als Ausgangspunkt für eine zukünftige Abfallmodellregion wurde der abfallwirtschaftliche Status Quo in der Region aber auch Möglichkeiten für einen Best-Practice Soll Zustand erhoben. Dazu wurde das Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien beauftragt, eine Studie zur Erhebung dieser Rahmenbedingungen durchzuführen.

In einem ersten Schritt wurden zur Erreichung dieses Zieles folgenden Aufgaben und Abläufe entwickelt:

  1. Identifizierung von bestehenden Best-Practice Zuständen innerhalb einzelner Gemeinden der Region und Umsetzung derselben in der gesamten Region.
  2. Identifizierung von zusätzlichen abfallwirtschaftlichen Maßnahmen auf dem Weg zur Abfallmodellregion mit den Themen  

  • Abfallvermeidung und ReUse in Gemeinden

  • Lebensmittelabfälle in der Gastronomie

  • Bildung in Schulen

  • Bioabfall/Grünschnitt

Ziel der Studie ist es, einen konkreten Ablaufplan für die Umsetzung von Maßnahmen hin zur Abfallmodellregion 10vorWien zu entwickeln. Dabei sollen Synergien in den Gemeinden, für den Abfallwirtschaftsverband sowie für die weitere Arbeit in der Region bestmöglich ausgenutzt werden.

Aktivitäten/Methoden:

Die Analysen gliederten sich in drei für sich abgeschlossene Teilbereiche:

  • Vorerst wurden die gesetzlichen und faktischen Rahmenbedingungen in und für die Region analysiert und zusammengefasst.
  • In einem zweiten Schritt erfolgten in den betroffenen Gemeinden Befragungen zur aktuellen Umsetzung von Abfallvermeidungs- und Trennmaßnahmen. Als Grundlage zur Definition des Soll Zustandes wurden eine ausführliche Literaturrecherche durchgeführt.
  • Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Workshop den VertreterInnen der Gemeinden vorgestellt. In diesem wurden priorisierte Projekte ermittelt, die innerhalb der Region weiterbearbeitet werden.

Projekterfolg/Empfehlungen:

Durch eine gleichberechtigte Einbeziehung des Abfallverbandes Korneuburg und der Gemeinden, die ihre Abfallbelangen selbst lösen, konnte durch die Abstimmungen in zwei Workshops eine Basis geschaffen werden, die es ermöglicht, 5 priorisierte Projekte gemeinsam abzustimmen, zu entwickeln und auf Bezirksebene umzusetzen.

Die dafür von der BOKU entwickelten Umsetzungsvorschläge wurden im Detail diskutiert und konkretisiert. Den meisten Anklang fand eine Mehrweg-Weinflasche für die Region bzw. eine Weinviertel DAC Mehrweg-Weinflasche mittelfristig umzusetzen. Die grundsätzlichen Zuständigkeiten für die nächsten Schritte wurden definiert, mögliche finanzielle Förderungen besprochen und die konkreten nächsten Schritte besprochen und vereinbart.

Ebenso hohen Anklang und Aussicht auf großes Abfallvermeidungspotential zeigte das Konzept zur Umsetzung von ReUse Maßnahmen über Stockerau hinaus. Auch hier wurden mittelfristige Finanzierungsoptionen und nächste Schritte besprochen. Die Einführung von Rücknahmesystemen für Aludosen wurde für die Kleinregion als schwierig umsetzbar eingeschätzt und wird deshalb nicht weiter verfolgt.

Kampagnen zur Mindesthaltbarkeit wurden vor allem gemeinsam mit Events wie Restl-Fest als sinnvoll und kurzfristig ohne hohen finanziellen Aufwand umsetzbar angesehen.. Daneben können eher kleinräumig Aktionen wie der ReUse Bücherschrank oder ein Abfallvermeidungs-Kalender umgesetzt werden. Langfristig zur Umsetzung vorgesehen ist eine Aktion zum Thema 10vorWien „plastikfrei“.

Damit konnten im Rahmen der Studie ausgehend vom abfallwirtschaftlichen Status quo und den Bedürfnissen in den Gemeinden kurz-, mittel- und langfristig umsetzbare Maßnahmen auf einem Weg zur Abfallmodellregion 10vorWien identifiziert und konkretisiert werden.

Für diese Projekte liegt jeweils ein sogenannter Fahrplan auf, Zuständigkeiten, Fördermöglichkeiten und Projektträger werden nun im nächsten Schritt ermittelt.

Die Befragung der Schulen benötigte eine lange Anlaufzeit, da die Genehmigung durch die Landesschulrätin einzuholen war. Die Befragung in den Gemeinden musste aufgrund der Vorverlegung der Gemeinderatswahlen ebenfalls nach hinten verschoben werden und die Befragung der Gastbetriebe gestaltete sich als besonders schwierig, da nur sehr wenig Rücklauf erfolgte. Die Empfehlung lautet daher, die Zeiten für Befragungen großzügig zu bemessen, da mit unvorhergesehenen Zeitverschiebungen gerechnet werden muss.

Kosten und Finanzierung:

Gesamtkosten: EUR 29.124,--

Förderung:
EUR 14.562,-- Abt. Raumordnung und Regionalpolitik (Fonds für Kleinregionen)

 

 

 

Kontakt zur Kleinregion:

Downloads:

Muster Fragebogen Gemeinden
(c) BOKU Institut für Abfallwirtschaft
Muster Fragebogen Schulen
(c) BOKU Institut für Abfallwirtschaft
Muster Fragebogen Gastronomie
(c) BOKU Institut für Abfallwirtschaft
Muster Fragebogen Gemeinden Muster Fragebogen Schulen Muster Fragebogen Gastronomie (c) BOKU Institut für Abfallwirtschaft (c) BOKU Institut für Abfallwirtschaft (c) BOKU Institut für Abfallwirtschaft
TeilnehmerInnen Workshop 10vorWien
(c) Karin Schneider
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