Kleinregion: Mödling

Regionaler Verkehrszeichenkataster Region Mödling

Projektbeginn: 01/2003 Projektende: 12/2006

Beteiligte Gemeinden:

Mödling, Wiener Neudorf

Inhalt/Projektbeschreibung:

Der Bezirk Mödling weist als dicht besiedelter, zum Teil geschlossener städtischer Raum  eine Vielzahl an Straßenverbindungen auf. Die Koordinierung von Maßnahmen an gemeindeübergreifenden Strassen ist auf Grund der unterschiedlichen Zuständigkeiten außerordentlich schwierig. Gleichzeitig hat sich über die Jahrzehnte ein „Schilderwald“ entwickelt, der nur mehr teilweise mit einem Rechtsbestand in Einklang gebracht werden kann bzw. auch die VerkehrsteilnehmerInnen überfordert.

Die Gemeinden Mödling und Wiener Neudorf haben sich daher für eine gemeindeübergreifende Erfassung und Bearbeitung von Verkehrszeichen entschieden, die  zukünftig auch rasche Abstimmungen bis hin zu verkehrssteuernden Maßnahmen ermöglicht.

Projektziele:

  • Unterstützung der Gemeinden in ihrer Funktion als Verkehrsbehörde
  • Vernetzung von Behörden und Straßenerhaltern sowie laufender Datenaustausch
  • Erhöhung der Rechtssicherheit
  • Reduktion des Schilderwaldes durch automatisierte Prüfung der Notwendigkeit
  • Reduzierung des Bearbeitungsaufwands
  • Effizienzsteigerungen und Qualitätserhöhung durch den Einsatz moderner EDV
  • Gemeindeübergreifende Koordinierung von verkehrlichen Maßnahmen (Geschwindigkeitsbeschränkungen,…)
  • Schaffung einer Grundlage für sämtliche Aktivitäten in den Bereichen Straßenerhaltung, behördliche Agenden bis hin zu gemeindeübergreifendem Verkehrsmanagement
  • Schaffung einer Grundlage für sämtliche kommunalen Anwendungen in den Bereichen Routenplanung und Logistik (Einsatzwesen, Winterdienst, etc.)
  • Unterstützung der Gemeinden in ihrer Funktion als Straßenerhalter bei der Verwaltung der Verkehrszeichen

Aktivitäten/Methoden:

Methodik:

  • Erfassung von Verkehrszeichen: Auswertung der Fotos und Eingabe der Daten mittels der entsprechenden Software ("SKAT")
  • Prüfung der Verkehrslogik
  • Erarbeitung des Sanierungsplans
  • Sanierung des Verkehrszeichenbestands
  • Verknüpfung der Verkehrszeichen mit den entsprechenden Verordnungen

Aktivitäten:

  • Erfassung der Verkehrszeichen mit digitalem Foto
  • Eingabe der Verkehrszeichen in eine spezielle Datenbank
  • Prüfung und Klassifizierung des Zustands, der Sicht- und Erkennbarkeit, der StVO-Konformität, der Ausführung und Montage der Verkehrszeichen anhand der digitalen Fotos
  • Verknüpfung der Verkehrszeichen mit dem digitalen Straßengraphen des Landes
  • Automatisierte Prüfung der Rechtskonformität der Verkehrszeichen anhand der Vorgaben der StVO (Zuordnung Anfang- bzw. Ende-Schilder, Rundum-Beschilderung bei Zonen, etc.)
  • Aufzeigen von Kundmachungsmängeln bzw. von Redundanzen in der Beschilderung
  • Bereinigung des Verkehrszeichen-Bestandes in Zusammenarbeit mit Behörden und Straßenerhaltern und Ausarbeitung eines Sanierungsplans
  • Installation und Einsatz von Software, mit Hilfe welcher der Verkehrszeichen-Bestand verwaltet wird, und parallel dazu neue Verkehrszeichen verordnet werden können. Damit ist auch die permanente Aktualität des Datenbestandes sicher gestellt – somit entsteht kein Datenfriedhof!
  • Sicherstellung des stetigen Datenaustauschs zwischen Behörden und Straßenerhaltern

Projekterfolg/Empfehlungen:

Drei wichtige Aspekte waren für die Durchführung des Projekts von Relevanz:

  • Aspekt der Verwaltung: Wildwuchs an Werbeschildern und Hinweistafeln
  • Aspekt der Verkehrssicherheit: Problem Schilderwald
  • Aspekt der Rechtssicherheit: Sicherung der Übereinstimmung zwischen Verkehrszeichen und Verordnung

Förderlich war die Tatsache, dass die Verkehrszeichen bereits im Rahmen einer Straßenraumvermessung für das gesamte Ortsgebiet Mödling geometrisch (koordinativ) erfasst waren und nicht erst vermessen werden mussten. Auch die Erfahrungen im Umgang mit Geographischen Informationssystemen am Bauamt erleichterten die Anwendung der Software zur Verwaltung des Verkehrszeichenkatasters.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass durch beengte Straßenraumverhältnisse (schmale Gehsteige) das StVO-konforme Anbringen der Verkehrszeichen teilweise erschwert wird. Die Zusammenarbeit mit den Personen, die die Verkehrszeichen vor Ort aufstellen, musste intensiviert und viel "Aufklärungsarbeit" geleistet werden, damit die Verkehrszeichensteher StVO-konform errichtet werden.

Gemeindeintern ist es ratsam, bei einem Projekt solchen Umfangs die Zuständigkeiten und Schnittstellen vorab genau zu klären, da wie im Fall Mödling auf Seiten der Gemeinde sowohl die Rechtsabteilung (Erstellen der Verordnung), das Bauamt (Verkehrsplanung) und der Wirtschaftshof (Durchführung) in das Projekt involviert sind. Wenn die Aufgabenverteilung laut Organisationsstruktur klar ist, kann mit einem speziellen "workflow" das Projekt bestens betreut und am laufenden gehalten werden.

In Mödling gibt es viele Einsprüche gegen Anzeigen aufgrund von Geschwindigkeitsübertretungen, da die Geschwindigkeitsbeschränkungen teilweise falsch verordnet bzw. die Verkehrssteher im Straßenraum nicht StVO-konform aufgestellt wurden. Dies konnte nach der Erstellung des Sanierungsplans großteils behoben werden. Zur weiteren Absicherung der Verkehrs- und Rechtssicherheit wird an der Sanierung der Verkehrszeichen noch weiter gearbeitet.

Kosten und Finanzierung:

Gesamtkosten: EUR 128.416,-- inkl. MwSt.

Förderung:
EUR 16.100,-- Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten
EUR 15.000,-- Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik

Kontakt zur Kleinregion:

Pfarrgasse 8, 2340 Mödling

Tel. 02236/400

E-Mail: office(at)moedling.at

www.moedling.at

 

 

Schilderwald
(c) Stadtgemeinde Mödling
Halte- und Parkverbot
(c) Stadtgemeinde Mödling
Schilderwald 2
(c) Stadtgemeinde Mödling
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