Kleinregion: Pielachtal

E-Mobilität im Pielachtal

Projektbeginn: 09/2011 Projektende: 02/2012

Beteiligte Gemeinden:

Weinburg, Schwarzenbach, Rabenstein an der Pielach, Ober-Grafendorf, Loich, Kirchberg an der Pielach, Hofstetten-Grünau, Frankenfels

Inhalt/Projektbeschreibung:

Die LEADER-Region Mostviertel-Mitte hat für ihre 39 Mitgliedsgemeinden ein Energiekonzept erstellt, das im März 2011 fertiggestellt wurde. Bestandteil dieser LEADER-Region ist die Kleinregion Pielachtal. In einer "Roadmap" wurden Maßnahmen zur Erreichung der Energieziele in der LEADER-Region festgehalten. Dazu zählten unter anderem die Forcierung der E-Mobilität, der Aufbau von Infrastruktur für E-Fahrzeuge sowie Bewusstseinsbildung. Ein E-Mobilitätskonzept für die gesamte LEADER-Region zu erstellen, erschien von Haus aus als zu heterogen, so dass sich die Kleinregion Pielachtal dazu entschlossen hat, in einem Pilotprojekt ein E-Mobilitätskonzept für die 8 Mitgliedsgemeinden zu erarbeiten.

Projektziele:

Das E-Mobilitätskonzept für die Kleinregion Pielachtal muss 

  • alle Aspekte der e-Mobilität berücksichtigen und praxisnah sein
  • ein Flickwerk an Einzelmaßnahmen in der Region verhindern
  • auf das Energiekonzept der LEADER-Region Mostviertel-Mitte aufbauen und weitere bereits vorliegende Inputs einbringen
  • mit den Bemühungen um die Errichtung von Solartankstellen im Zuge der Klima- und Energiemodellregion Mostviertel-Mitte abgestimmt werden
  • die Anbindung an den Öffentlichen Verkehr mitberücksichtigen
  • mit der aktiven Einbindung der kleinregionalen AkteurInnen erarbeitet werden
  • die Checkliste der ecoplus "e-mobil in NÖ" - soweit das im Projektrahmen möglich ist - berücksichtigen

Inhalte:

1.    Bewusstseinsbildung für E-Mobilität: Entwicklung eines realistischen, zur Umsetzung tauglichen Maßnahmenkatalogs, mit dessen Hilfe das Mobilitätsverhalten zugunsten klimaschonender Fortbewegung in der Kleinregion Pielachtal bewusst verändert werden kann. Es soll klar daraus hervorgehen, dass klimaschonende Fortbewegung mehr als „nur“ die Anschaffung bzw. die Verfügbarkeit von E-Fahrzeugen ist.

Entwicklung eines Veranstaltungsdesigns „E-Mobilität“ für die Bevölkerung des Pielachtals als Teil der Bewusstseinsbildung.

2.    Definition der Anforderungen – „Was muss E-Mobilität in der Region Pielachtal leisten können?“ Bevor das E-Mobilitätskonzept ins Detail geht, müssen verschiedene Daten zum gewünschten E-Mobilitätsverhalten in der Kleinregion Pielachtal erhoben werden – das gilt für allfällige E-Fahrzeuge für die Gemeinde ebenso wie für Privatpersonen (wann müssen bzw. sollen die E-Fahrzeuge zur Verfügung stehen? Wie weit wird im Durchschnitt gefahren? Wie oft? Wie lange werden bzw. sollen E-Fahrzeuge genutzt werden? Wie hoch dürfen die Mehrkosten für ein E-Fahrzeug im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen sein? ...)

Der Umsetzungshorizont, d.h. Überlegungen zur Gültigkeit des E-Mobilitätskonzeptes (Zeithorizont), müssen ebenfalls angestellt werden.

3.    E-Fahrzeuge für Gemeinden: Recherche und Auflistung möglicher E-Fahrzeuge (u. a. Pritschen), die sich für den Einsatz in den Bauhöfen oder generell als Gemeindefahrzeuge der Kleinregionsgemeinden (z. B. für Botenfahrten, Überprüfungsfahrten, ...) eignen würden (mit sämtlichen technischen Daten und derzeit gültigen Preisen).

4.    E-Mobilitätsfahrzeuge für die Kleinregion: Recherche, Auflistung und technische Beschreibung inkl. Preisen von E-Mobilitätsfahrzeugen, die sich für die klimaschonende Fortbewegung in der Kleinregion Pielachtal eignen. Auf die topographischen Besonderheiten im Pielachtal (Steigungen, Bergstrecken) ist bei der Auswahl (Eignung für den Alltagsverkehr, Reichweite) und Beschreibung der E-Fahrzeuge für die Region Pielachtal zu achten, da diese für den Alltagsverkehr geeignet sein müssen.

5.    Entwicklung sinnvoller ergänzender E-Mobilitätsmaßnahmen für die Kleinregion Pielachtal.

6.    Übersicht von E-Mobilitätsförderschienen

Aktivitäten/Methoden:

  • Recherche, Literatustudien, persönliche Gespräche
  • Datenerhebung und GIS-gestützte Aufbereitung
  • Räumliche Analyse mittels GIS für die Erstellung von Routenvorschlägen für die Radwegverlängerung
  • leitfadengestützte Interviews mit Auswertung
  • Fahrzeugrecherche auf Basis der Abfrage der Bedürfnisse der NutzerInnen
  • Erhebung der am Markt befindlichen Fahrzeuge
  • moderierte Workshops, Beteiligung der Arbeitsgruppenmitglieder
  • Diskussion in der Steuerungsgruppe
  • Entwicklung eines Fragebogens für die Erhebung der Bereitschaft der Pielachtaler Bevölkerung, auf E-Fahrzeuge umzusteigen
  • Kompetenzaufbau: Sammlung von Fragen zum Thema E-Mobilität in der Arbeitsgruppe, Aufbereitung und Präsentation der Antworten, Weiterentwicklung zu "Argue-Cards" (= handliche Karten mit Informationen und Argumenten zur E-Mobilität)
  • Strategieentwicklung für E-Mobilitätskonzept (smarte Ziele, Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, ..)

Projekterfolg/Empfehlungen:

Empfehlungen:

  • Berücksichtigung vorhandener Konzepte und Studien, die zum Thema passen
  • KleinregionsakteurInnen müssen sich mit dem Thema identifizieren - insbesondere bei innovativen Themen wie E-Mobilität, bei dem der Boden für die Alltagsmobilität nicht aufbereitet ist
  • Festlegen der Zielgruppen "An wen soll sich das E-Mobilitätskonzept Pielachtal richten?"
  • Personen in einer fix definierten Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema 100% identifiziert - das können durchaus kritische Geister sein
  • Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungshaltungen der Region zu Projektbeginn definieren und sich in weiterer Folge daran orientieren
  • Arbeitsgruppenmitglieder auf gleichen Wissensstand bringen - kontinuierlicher Aufbau von Kompetenz
  • der Realität ins Auge sehen, nichts beschönigen, Bedenken offen aussprechen
  • Ziele konkret festlegen "Was soll mit dem E-Mobilitätskonzept erreicht werden?" Für welchen Zeitraum sollen die Maßnahmen und Ziele gültig sein?
  • Realitätscheck
  • Zusammenspiel Kleinregion - LEADER- Kleinregionsbetreuung - Klima- und Energiemodellregion

Empfehlungen für andere Kleinregionen:

  • Der Ankauf von E-Pkw für Private ist derzeit noch nicht rentabel, aber für Gemeinden und Betriebe kann die Anschaffung eines E-Fahrzeuges aus Imagegründen (Vorbildwirkung) trotzdem sinnvoll sein
  • Dennoch gilt: bei E-Mobilität sollte derzeit der Bewusstseinbildung sowie der Forcierung alternativer Fortbewergungsformen (z. B. Radfahren, Öffentlicher Verkehr, zu Fuß gehen) der Vorzug gegenüber der Anschaffung von E-Fahrzeugen gegeben werden
  • Für die Erarbeitung eines E-Mobilitätskonzepts sollten mindestens 4 Monate vorgesehen werden, optimal ist ein halbes Jahr
  • Einige Fragestellungen zur E-Mobilität sollten in weiterer Folge noch näher behandelt werden: Einbindung von Betrieben, die Verknüpfung des Öffentlichen Verkehrs mit E-Mobilität, Carsharing im ländlichen Raum, ….
  • Die Diskussion um E-Fahrzeuge sollte nicht auf eine "entweder konventionell betriebenes Fahrzeug oder E-Fahrzeug" beschränkt bleiben, sondern als Chance gesehen werden, einen umfassenden Umdenkprozess einzuleiten
  • E-Mobilität bedeutet Geduld: für einen breiten Einsatz an E-Fahrzeugen müssen technische Entwicklungen vor allem bei der Batterietechnologie abgewartet werden

Weitere Aktivitäten:

Die Kleinregion Pielachtal arbeitet seit Herbst 2012 an der Umsetzung des E-Mobilitätskonzeptes:

  • Umsetzung einer Wanderausstellung, die beginnend in den Pielachtal-Gemeinden rotierend zum Einsatz kommen wird. Auftakt war am 20. April 2013 in Ober-Grafendorf. Die Umsetzung des E-Mobilitätskonzepts ist ein LEADER-Projekt der Region Mostviertel-Mitte.
  • Parallel dazu erarbeitet eine Studentin der Universität Wien im Rahmen des LEADER-Kooperationsprojektes "Diplomarbeitsbörse" (Projektträger: Regionalverband noe-mitte) die Masterarbeit (Setzen eines internen Links auf Projektbeschreibung) "Mobilitätsverhalten im ländlichen Raum – Nutzung regionaler Ressourcen und regenerativer Energien für neue Mobilitätsformen der Kleinregion Pielachtal“. Diese Arbeit orientiert sich an den beiden Zielgruppen "lokale Bevölkerung" und "Betriebe der Region" und geht der Frage nach, welche Mikro-ÖV Lösungen für die Region Pielachtal geeignet sein können und welche Voraussetzungen für Jugendliche gegeben sein müssen, damit diese alternative Fortbewegungsformen in der Region Pielachtal nutzen.

Kosten und Finanzierung:

Gesamtkosten: EUR 12.514,-- inkl. MwSt.

Förderung:
EUR 4.800,-- Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik

Kontakt zur Kleinregion:

Schlossstrasse 1, 3204 Kirchberg an der Pielach

Tel. 02722/7309-25

E-Mail: regionalbuero(at)pielachtal.at

www.pielachtal.at/kleinregion

Amt der NÖ Landesregierung - Abteilung Raumordnung und Gesamtverkehrsangelegenheiten | Service & Beratung / Impressum / Datenschutz